Reiseberichte zum Thema 'Geschichte'

Wanderung oberhalb Antagnod und Champoluc entlang des Ru Courtaud, einem ehemaligen Bewässerungskanal der es geschichtlich gesehen in sich hat.

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Tags Geschichte | wandern | Alpen

Räuber hatten zu Zeiten der Grafschaften und Kaiser Hochkonjunktur im Spessart. Mussten doch wertvolle Güter und Rohstoffe von Nord nach Süd durch seine Wälder transportiert werden. Da auch wir immer auf der Suche nach geschichtlichen Hintergründen sind, schnüren mein Bruder und ich erneut den Rucksack…

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Tags Geschichte | Berge | Kapelle
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La Dolce Vita in Italien. Geschichte, Strand und ein gemütlicher Ferienbauernhof für alle Sinne südöstlich von Rom (Kooperation)
Tags Geschichte | Kultur | lecker
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Italien Urlaub: Elischeba erzählt etwas zur Geschichte von Lignano, gibt Tipps und erklärt, wieso der Nordosten Italiens so beliebt ist (Kooperation)
Tags Geschichte | Tipps | Hotel
Sydney ist insofern speziell, da es die einzige große Stadt in Australien ist, die nicht nach einem sorgfältig ausgearbeiteten Masterplan entstanden ist. Es gibt kein ersichtliches Raster, keinen Stadtkern und es fehlt an einer gut durchdachten Infrastruktur. Wie die Stadt Sydney aufgebaut ist, wirkt also nicht nur planlos ? vergleicht man zum Beispiel mit Melbourne ? sondern sie ist es tatsächlich auch. Man könnte sich also fragen, was haben sich die Architekten und Stadtplaner von damals gedacht? Wieso ist Sydney so planlos entstanden?

Die Antwort ist relativ simpel: Die ersten Siedler kamen nicht nach Australien, um zu bleiben. Sie hatten daher kein Interesse daran, eine Stadt für die Zukunft zu planen. Sydney entstand quasi nach und nach von selbst. Das, was wir heute als George Street kennen, hatte wahrscheinlich den größten Einfluss auf die Entwicklung der Stadt. Die Straße war ursprünglich nicht mehr als ein Trampelpfad, der die Verbindung von The Rocks, wo sich das Camp der Sträflinge befand, zur nächsten Ziegelgrube darstellte. Der Weg führte entlang einem kleinen Fluss, der als Frischwasserquelle diente und heute nur mehr unterirdisch verläuft. Die Ziegelgrube befand sich ziemlich genau dort, wo jetzt der Hauptbahnhof Central Station liegt. Das Gebiet um The Rocks ist heute Sydneys beliebtes Altstadtviertel, eine hübsche Gegend mit vielen Galerien, Restaurants, Pubs und historischen Gebäuden. Das war jedoch nicht immer so. Als die Sträflinge sich westseits der George Street niederließen, war The Rocks nicht mehr als ein steiniges unwegsames Gelände, aus dem schon bald der Slum von Sydney werden sollte.

Östlich der George Street ließ sich Captain Arthur Phillip, der erste Gouverneur Australiens, nieder. Das heutige Museum of Sydney befindet sich exakt an jener Stelle, an der das erste richtige Gebäude stand: Australia?s First Government House. Es war sowohl politisches Zentrum der Macht, als auch Wohnstätte des Gouverneurs und seiner Familie. Die Bauarbeiten dafür begannen bereits im Jahre 1788, jenem Jahr in dem die ersten Sträflinge die Küste von Australien erreichten. So kam es auch, dass sich die freien Siedler östlich der George Street niederließen, während die Sträflinge hauptsächlich auf der westlichen Seite lebten. Im modernen Sydney 200 Jahre später ist diese historisch bedingte Trennung zwischen Ost und West immer noch zu spüren: Alle offiziellen Regierungsgebäude und Zentren der Macht befinden sich auf der östlichen Seite, während sich die Industrie und die ärmsten Gegenden in Sydneys Westen befinden.

Lachlan Macquarie, der 1810 sein Amt antrat, war übrigens der erste Gouverneur, der während seiner Amtszeit unzählige Versuche unternahm, aus einer temporären Siedlung eine Stadt zu machen. Unter anderem entstand während seiner Amtszeit das erste richtige Krankenhaus, die Parramatta Road und die Hyde Park Barracks, eine Unterkunft für Sträflinge, in dem sich heute ein Museum befindet. Macquarie wurde seines Amtes jedoch frühzeitig enthoben und nach London zurück beordert. Die Obrigkeit teilte seine Visionen nicht und war der Meinung, dass er unnötig viel Geld für eine Sträflingskolonie ausgeben würde. Erst 1842, als die Entsendung von Sträflingen in diesen Teil von Australien praktisch beendet war und nur mehr freie Siedler nach New South Wales kamen, wurde Sydney offiziell zur Stadt erklärt.

Mehr Informationen zu Sydneys Geschichte gibt es hier. Wer gerne zu Fuß die Stadt erkundet, dem kann ich auch wärmstens die Sydney Architecture Walks, Sydney Living Museums und The Rocks Discovery Museum empfehlen.

No worries!

FOTO: NINA FISCHER
Tags Geschichte | Sydney |
Captain James Cook war der erste, der 1770 Fraser Island entdeckte und nannte sie »Great Sandy Peninsula«, da er glaubte, dass eine Verbindung zum Festland bestehen würde. Tatsächlich ist der 1.840 km² große Landstrich, der hauptsächlich aus Sand besteht, eine Insel. Genauer, die größte Sandinsel der Welt. 

Die Aborigines, die Fraser Island schlicht und einfach als »Paradies« bezeichneten, hatten sich bereits vor 5.500 Jahren auf der Insel niedergelassen. Mit der Ankunft der Weißen, die sowohl den Alkohol als auch Krankheiten mit sich brachten, sollte dies jedoch ein jähes Ende haben. Spätestens ab 1863, als die Holzfällerindustrie Fraser Island entdeckte, waren die dort ansässigen Ureinwohner dem Untergang geweiht. Ende des 19. Jahrhundert wurden die wenigen von ihnen, die noch übrig geblieben waren, auf das Festland umgesiedelt. Die Population der Aborigines auf Fraser Island ist ? ähnlich der Insel Tasmanien ? innerhalb kürzester Zeit komplett zerstört worden.

Ihren heutigen Namen verdankt Fraser Island einer gewissen Dame namens Eliza Fraser. 1836 stach Captain James Fraser in See, um von Sydney nach Singapur zu segeln. Leider kam das Schiff nur bis in den Norden von Queensland, es kenterte am Riff des Great Barrier Reef. Die wenigen Überlebenden ? darunter James Fraser und seine Frau Eliza ? ruderten in Rettungsbooten Richtung Süden und stießen nach etwa einem Monat auf Fraser Island. Die Hoffnung, von dort gerettet zu werden, schwand dahin, als sie auf ansässige Aborigines trafen, die den Fremden gegenüber nicht unbedingt freundlich gesinnt waren. Sie wurden zwar aufgenommen, mussten aber Arbeiten verrichten, ihre Kleidung und wenigen Habseligkeiten wurden ihnen weg genommen und sie standen unter ständiger Beobachtung, die eine Flucht nur schwer möglich machte. Eliza Fraser wurde schließlich von einem Suchtrupp gerettet und zurück aufs Festland gebracht. Sie hat die Zeit auf der Insel als einzige überlebt, um von ihrer (teils sehr umstrittenen) Geschichte zu erzählen.

Lange Zeit war Fraser Island für viele Australier lediglich eine unbedeutende Insel, deren natürliche Ressourcen ? Holz und Mineralien wie Rutil, Zirkon und Monazit ? ausgebeutet werden konnten. Das so genannte »sand mining« wurde in den 70er Jahren eingestellt, das Abholzen von Pinienwäldern erst in den 90er Jahren verboten. Seit 1992 gehört Fraser Island offiziell dem UNESCO Weltkulturerbe an ? die Insel ist heute eine der beliebtesten Touristenattraktionen in ganz Australien. Sie besteht zwar in erster Linie aus Sand, man findet dort jedoch ebenso subtropischen Regenwald, wunderschöne Süßwasserseen und viele australische Tiere. Auch einige, denen man lieber nicht begegnen möchte ... Das Meer rund um Fraser Island besteht aus tückischen Strömungen und äußerst starkem Wellengang, außerdem halten sich in diesen Gewässern besonders viele Haie und Quallen auf. Die giftigsten Schlangen und Spinnen, die in Australien beheimatet sind, leben ebenfalls auf der Insel. Weiters kann man Tiere wie Kookaburras, Goanas, Dingos, Meeresschildkröten, Delfine und Wale beobachten. Fraser Island ist aber auch als 4WD- und Campingparadies bekannt, denn nirgendwo anders gibt es einen »75-Mile Beach«, der als Highway genutzt wird und wer schon mal auf Fraser Island sein Zelt aufgeschlagen hat, wird den spektakulären Sternenhimmel so schnell nicht wieder vergessen. Mehr zu Fraser Island und seiner Geschichte findet ihr hier.

No worries!

FOTO: NINA FISCHER
Tags Geschichte | Unterwegs |
Die Aborigines sind ein Nomadenvolk, das ursprünglich in großen Familienverbänden als Jäger und Sammler zusammenlebte. Die Ältesten bestimmen die Gesetze, die in ihrem Stamm praktiziert werden sollen, und treffen alle wichtigen Entscheidungen. Frauen hingegen haben nur einen geringen Stellenwert in der Gesellschaft. Die Aborigines können jedoch nicht als einheitliches Volk gesehen werden, da die vielen verschiedenen Stämme unterschiedliche Rituale, als auch unterschiedliche Sprachen und Dialekte verwenden. Heute werden in Australien von ursprünglich 250 noch 17 Sprachen aktiv gesprochen.

Die Ureinwohner Australiens folgen einer Naturreligion. Dreamtime ist die Bezeichnung für die Erschaffung der Welt und spielt eine zentrale Rolle in deren Kultur und Glaube. Jeder Stamm hat sein eigenes Gebiet und ist jeweils dafür verantwortlich, das Land vor Einflüssen von außen zu beschützen und zu bewahren. Die Aborigines glauben auch, dass von vielen heiligen Plätzen ? wie z.B. dem berühmten Uluru ? eine spirituelle Kraft ausgeht. Schriftliche Überlieferungen gibt es bei den Aborigines nicht, denn Werte und Traditionen werden ausschließlich mündlich weiter gegeben. Auch das Rechtssystem stellt eine Besonderheit dar. Bei den Aborigines gibt es z.B. kein persönliches Eigentum, daher existiert das Prinzip des Stehlens nicht, denn jeglicher Besitz wird gerecht auf alle Stammesmitglieder verteilt (was meines ist, ist auch deines). Ebenso wird in der Kultur der Aborigines mit Wissen anders umgegangen, als in der westlichen Kultur. Wissen war immer auf bestimmte Personenkreise, Geschlechter- oder Altersgruppen beschränkt. Viele Rituale sind geheim und heilige Stätte dürfen nur von bestimmten Personen betreten werden. Daher lässt sich das Recht auf Bildung und Wissen für alle nur sehr schwer mit den traditionellen Werten der Aborigines-Kultur vereinen.

Die Kunst ? Felszeichnungen, Körperbemalung und heute auch Malereien ? hatte immer einen besonderen Stellenwert in der Kultur der Aborigines. Sie diente dazu, mit den Ahnen zu kommunizieren und stellte auch eine Möglichkeit dar, spirituelle Werte an die jüngere Generation weiterzugeben. Das heute auf der ganzen Welt bekannte dot painting entstand erst in den 1970er Jahren: Lange Zeit war es den Aborigines streng verboten, Symbole aus der Traumzeit darzustellen. Durch das Malen mit Punkten ließen sich jedoch Motive verschleiern und die Aborigines entdeckten eine neue Möglichkeit, geheime Erzählung aus der Traumzeit für die Öffentlichkeit ? in Form von Kunst ? zugänglich zu machen. Auch Musik und Tanz spielen eine zentrale Rolle im Leben der Aborigines. Das berühmte Digeridoo, das heute vor allem im Tourismus sinnbildlich für Australien steht, wurde ursprünglich nur von den Stämmen im Norden des Landes verwendet und breitete sich erst in den 1950er Jahren über den Rest des Kontinents aus.

Mit der Besiedlung des letzten Kontinents prallten zwei grundlegend verschiedene Kulturen aufeinander. Die Kultur der Aborigines konnte sich über 40.000 Jahre hinweg isoliert entwickelt, ganz ohne Einflüsse von außen. Als Ende des 18. Jahrhunderts die ersten Sträflingssiedlungen in Australien entstanden, waren Konflikte mit der indigenen Bevölkerung vorprogrammiert. 100 Jahre lieferten sie sich gegenseitig Kämpfe um Land und Ressourcen. Der Konflikt eskalierte so weit, dass Aborigines von den Weißen gezielt gejagt und getötet wurden ? nicht nur als Strafe, sondern auch zur Abschreckung. Das letzte große Massaker fand 1928 statt. Einzig die Missionare setzten sich während dieser Zeit für die Aborigines ein und gründeten Missionsstationen, die den Ureinwohnern Zuflucht boten. Die Bekehrung zum christlichen Glauben war jedoch oberstes Ziel und die Missionare waren rechtlicher Vormund der dort lebenden Aborigines. Gleichzeitig beschloss die australische Regierung die Zwangsverfrachtung der Ureinwohner in Reservate in abgelegene unfruchtbare Gebiete. Ende des 19. Jahrhundert, als es immer mehr Farmen gab, wurden viele Aborigines auch als Landarbeiter angeworben. Laut Gesetz musste ihnen jedoch nur ein Drittel des Lohns gezahlt werden, den ein Weißer zu jener Zeit erhielt.

Ab 1910 wurde auch die Assimilationspolitik der australischen Regierung, die heute unter der Bezeichnung Stolen Generations bekannt ist, vermehrt betrieben. Um die schwarze Rasse »auszuzüchten« wurden Aborigines-Kinder ihren Eltern weggenommen und in staatliche Einrichtungen gebracht. In diesen Erziehungsheimen sollten sie an die Lebensweise der Weißen angepasst werden. Zum Teil wurden die Kinder auch zur Adoption freigegeben oder von weißen Pflegefamilien aufgenommen. Durch diesen institutionellen Kindesraub, der bis in die 1960er Jahre noch weit verbreitet war, sind ganze Familien auseinander gerissen worden.

Ab 1940 wurden in einigen Bundesstaaten schließlich Bürgerrechte für Aborigines eingeführt. Sie mussten allerdings besondere Bedingungen erfüllen, um diese zu erlangen: Kontakt mit anderen Aborigines war verboten, sie mussten unter der weißen Bevölkerung leben und ihre Kultur aufgeben. Man musste sich also entscheiden und konnte nur entweder Aborigine oder Australier sein. Erst 1967 wurden deren Rechte durch eine Verfassungsänderung anerkannt. Bei einer Volksbefragung stimmten über 90% der Australier dafür, dass die Aborigines die vollen Bürgerrechte erhalten sollten. Von nun an durften sie an Wahlen teilnehmen, hatten das Recht auf gleichen Lohn und die Kinder bekamen Zugang zum Schulsystem. Seither erhalten Aborigines eine staatliche Sozialhilfe. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, ist diese sowohl Segen als auch Fluch, denn mit den neu erlangten Rechten verfielen viele dem Alkohol und rutschten in die Dauerarbeitslosigkeit.

Erst vor gut 20 Jahren wurde dieses Kapitel der australischen Geschichte in der Öffentlichkeit aufgearbeitet. 1993 wurde von Seiten der Regierung offiziell der Native Title Act ? dem Anspruch auf das traditionell angestammte Land ? eingeführt. So wurden viele Gebiete Australiens, knapp die Hälfte der Fläche des Northern Territories (etwas 15% der Gesamtfläche Australiens) an die Aborigines zurückgegeben. Zwei Jahre später wurde eine staatliche Untersuchung unter dem Titel »Bringing Them Home« durchgeführt. Die erschreckende Wirklichkeit über den Leidensweg der Aborigines, die man bis dahin weitgehend geleugnet oder totgeschwiegen hatte, wurde so der ganzen Welt offen gelegt. Die Untersuchungskommission sprach sich in der Folge für eine Wiedergutmachung in Form eines Entschädigungsfonds, Unterstützung bei der Zusammenführung von Familien und eine öffentliche Entschuldigung aus. Auf letztere sollte die indigene Bevölkerung noch 13 weitere Jahre warten müssen. Nachdem sich der damalige Premierminister John Howard nicht nur weigerte, die Ergebnisse des Berichts anzuerkennen, sondern auch keine öffentliche Entschuldigung abgeben wollte, weil doch »viele Kinder mit dem Einverständnis der Eltern entfernt wurden und es schließlich um das Wohlergehen der Kinder ging«, brach in Australien eine Welle der Empörung aus ? sowohl unter der schwarzen, als auch unter der weißen Bevölkerung. Der Druck der Öffentlichkeit konnte dem Premierminister jedoch nichts anhaben, erst als dieser sein Amt abtreten musste und Kevin Rudd von der Sozialdemokratischen Partei in die Regierung gewählt wurde, war es soweit: Am 13. Februar 2008 entschuldigte sich Australiens Premierminister für das Leid, dass den Aborigines zugefügt wurde. Damit sollte der Weg für eine neue Versöhnungspolitik endlich geebnet sein.

Im zweiten Teil dieses Berichtes über die Ureinwohner von Australien wird es um die aktuelle Lage gehen. Die Informationen hierzu stammen aus dem Buch »Aborigines gestern und heute« von Sabine & Burkhard Koch.

No worries!

FOTO: MICHAEL LOKE (FLICKR)
Tags Geschichte | Kultur |
Sind euch auch schon mal die vielen seltsamen Ortsnamen in Australien aufgefallen? Kommt euch jeder zweite Straßenname irgendwie bekannt vor? Warum gibt es so viele Plätze, Orte, Straßen, Firmen und Institutionen die Macquarie heißen? Wie hat die Stadt Sydney ihren Namen bekommen?

Das Interessante an der Namensgebung in Australien ist, dass man die historische Verknüpfung aufgrund der relativ jungen Geschichte noch recht leicht machen kann. Als Gouverneur Arthur Phillip 1788 die erste Sträflingssiedlung gründete, bekam die heutige Stadt Sydney ihren vorläufigen Namen Sydney Cove. Ursprünglich sollte die Siedlung Albion getauft werden, benannt wurde sie schlussendlich jedoch nach dem englischen Innenminister Thomas Townshend, auch als Lord Sydney bekannt, der für die Ansiedlung der Sträflinge in Australien verantwortlich war. Lachlan Macquarie hingegen war der erste Gouverneur von New South Wales, der, gut 20 Jahre später, in Australien mehr als nur eine Sträflingskolonie sah. Er hatte die Vision eines Staates, der zwar zum britischen Empire gehörte, in dem aber freie Bürger leben sollten. So trieb er nicht nur den Bau von Straßen, Brücken, Gebäuden und Häfen voran, sondern förderte auch die Erkundung des Kontinents. Weiters war Lachlan Macquarie der Erste, der 1817 offiziell die Bezeichnung »Australien« verwendete und gilt daher auch als Gründervater dieses Landes.

Viele Straßennamen (Elisabeth Street, Macarthur Street, Bourke Street, Hunter Street, Marion Street, Campbell Street, George Street usw.) gehen ebenfalls auf berühmte australische bzw. englische Vorfahren zurück. So trifft man innerhalb von Australien, ja sogar innerhalb von Sydney, nur allzu oft auf dieselben Straßennamen. Sie werden allein durch die Zugehörigkeit zu den Vierteln unterschieden. Nicht anders verhält es sich mit Vororten ? Abbotsford, Fairfield, Kensington und Cremorne findet man sowohl in Sydney, als auch in Melbourne. Namen, die man aus der englischen Stadt London kennt, tauchen in Sydney ebenfalls als wichtige Landmarks wieder auf: Unter anderem gibt es da die Oxford Street, Kings Cross und den Hyde Park. Der Bundesstaat Victoria wurde nach der englischen Queen benannt, ebenso Queensland, die Stadt Darwin bekam ihren Namen zu Ehren des berühmten Naturwissenschaftlers Charles Darwin und Tasmanien wurde nach dem niederländischen Seefahrer Abel Tasman benannt, der als erster Europäer Neuseeland entdeckte.

Es gibt auch einige Ortsnamen in Australien, die auf französische oder deutsche Herkunft verweisen. Sans Souci (wird als Sän Susi ausgesprochen) heißt übersetzt so viel wie »no worries«. Leichhardt wurde nach dem deutschen Entdecker Ludwig Leichhardt benannt. Besonders viele Namen stammen aus der Sprache der Aboriginals: Wollongong, Barangaroo, Ulladulla, Kurri Kurri, Jimboomba, Mollymok, Toowoomba, Wagga Wagga, Jindabyne ... Weiters fällt auf, dass australische Inseln nicht ungern nach Tieren benannt wurden: Kangaroo Island, Cockatoo Island, Shark Island, Goat Island, Snapper Island, Wasp Island, Lizard Island, Penguin Island ... Nur die Koala-Insel scheint es nicht zu geben. Ausgefallene Ortsnamen wie Come By Chance, Nowhere Else, Doo Town, Dee Why, Banana, Surfers Paradise, Monkey Mia, Tom Price und Seventeen Seventy findet man ebenso in Down Under. Eine umfangreiche Datenbank zur Namensgebung in Australien gibt es hier.

Und wo hat das Känguru seinen Namen eigentlich her? Laut einem Mythos, der in Australien gerne erzählt wird, bekam das hüpfende Beuteltier seinen heutigen Namen durch ein Missverständnis. Es ist überliefert, dass Captain Cook, der als erster Europäer Fuss auf den australischen Kontinent setzte und dort die britische Flagge hisste, einen Ureinwohner nach dem Namen dieses seltsamen Tiers fragte. Dieser soll mit dem Wort kangaroo geantwortet haben, was so viel bedeutet wie »ich verstehe dich nicht«. Erst 1970 wurde diese Überlieferung als reiner Mythos entlarvt. Das Wort gangurru steht in einer der Sprachen der Ureinwohner für eine seltene Känguruart. Die Geschichte find ich trotzdem gut.

No worries!

FOTO: NINA FISCHER
Tags Geschichte | Dies und das |
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