Reiseberichte zum Thema 'Meine+Welten+heute'

Im Hinterland ehrt man noch immer seine Gefallenen aus 4 Kriegen und erhebt sie zu Helden. 1866 - Preußen-Österreich; 1870/71 gegen Frankreich; WkI (1914-18) und WKII (1939-45).
"Gefallen", was für eine Verniedlichung! Er fiel hin und stand nimmer auf. Alls Junge hab ich staunend davor gestanden und gedacht, der da oben, neben dem
Vorstürmenden, der ist hingefallen und wird bestimmt gleich weitermachen. Gruselig war das, es handelte sich ja um Tote Männer. Ich konnte und wollte nicht ahnen, dass sie oft grausam umgekommen
waren. Erschlagen, erstochen, erschossen, elendig krepiert. "Gefallen" klang besser.
PS: Wo eigentlich sind die Denkmäler für die umgekommenen Frauen, Kinder und Alte?
PSS: Die Rückkehrer waren demnach keine Helden. Was waren sie dann? Hatten sie sich falsch verhalten?
Ansonsten ist der Markt nett und heimelig
Meine Welten heute |

Manchmal ist es ruhig im Tal als hielte die Welt den Atem an. Dann setzen die Geräusche wieder ein, Hummel summen, der Hahn von Rainer kräht, Vögel im
nahen Wald zwitschern und von ferne dringen Stimmen herauf. Ab und an fährt auf der Straße unter uns ein Auto vorbei. Sonntag ist?s. Die Sonne scheint, klar die Luft, weit die Sicht das Tal
hinab, blau der Himmel mit Schäfchenwolken getupft und Wälder, Wiesen und Felder sind grün in allen Schattierungen.
Zwei Meisenpärchen nisten stur in unseren
Rollokästen. Die können wir Nachts nicht auflassen, wir wohnen zu einsam am Rand. Ein Nest ist schon heraus gefallen und trotzdem bauen sie weiter. Hanne sagt, denen fehlen Brutgelegenheiten -
oder sind es die Elstern, die Nester ausrauben und sie suchen Schutz bei den Menschen? Jetzt hab ich ihnen einen Nistkasten unten im Baum aufgehängt. Bisher fliegen sie weiter die Rollokästen an.
Wir brauchen ein Schild in Vogelsprache: Da lang.
Was für ein wunderschönes Wochenende! Freitag war Hanne da, wir haben oben bei Mutter zusammen gesessen mit Klaus und Marga und geredet bis weit nach Mitternacht. Samstag hat Dortmund die Bayern 5:2 geschlagen! Und Sonntag haben SPD und Grüne in NRW gewonnen. Röttgen, der Musterschüler, hat eine richtige Schlappe einstecken müssen. Ach ja, Mutterfeiertag war auch noch. Den liebe ich nicht so sehr. Ist leicht eine Ausrede. Mütter müssen immer gefeiert werden. Immer öfters.
Und M&R haben Samstag wild gefeiert. Nicht wegen Dortmund sondern weil Samstag Freitag war. Freitags ist unser Jour Fix. Und wenn wir das an dem Tag nicht können, verschieben wir es auf Donnerstag oder Samstag. Deshalb war diesen Samstag Freitag.
Lese: Kobie Krüger: Ich trage Afrika im Herzen. Sie hat mit ihrem Mann, einem Wildhüter, einsam fernab von Menschen im Krüger Nationalpark in einer atemberaubenden Landschaft gelebt. Zebras, Giraffen, Elefanten, Gazellen, Affen, Schlangen, Löwen, Tiger, all die Tiere im Busch kamen zu Besuch und vor dem Haus im Fluss lagen Flusspferde und verteidigten ihr Revier wenn sie mit dem Boot übersetzen mussten. Darauf haben die Krokodile gewartet. Es erinnert uns an Afrika.
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Ich wünsche allen einen wundervollen brasilianischen 1. Mai. Das Tal macht es vor. Es liegt wundervoll still und ruhig in sattem grün-gelb und freut sich, nichts tun zu müssen. Wir aber können noch eins drauf legen und uns des Lebens freuen. Denn sich plagen ist nicht des Menschen Normalzustand.
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Jep, das ist es! Wir haben seit heute ein schnelles Internet. Über 10 x so schnell als das alte. Nun ja, das hatte gerade mal knapp 400 KB/s, gedauert hat es zumeist, bis die Seiten geladen waren, Postkutschenzeit halt. Im Hinterland ist alles noch langsam, da fahren sie die Bits und Bytes noch mit dem Pferdewagen aus. Oder schicken sie einzeln durch die Telefonleitung. Jetzt haben wir ein System "via Funk" (dieselbe Technologie wie bei Pads und Smartphones). Eine wahre Freude. Musik können wir hören, ohne dass jede halbe Minute eine Pause eintritt, sogar Filme können wir sehn. Und bei meinem Blog brauch ich nicht mehr ewig warten, bis die Bilder hoch geladen sind. Endlich! Wir sind in der schnellen Zeit angekommen. Jetzt wird alles besser. Nur der Kaffee nicht, der wird kalt, weil wir keine Wartezeit mehr haben ihn zu trinken.
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Ab und an besuchen sie mich, die Mare. Sie sind Überbleibsel der großen Krankheit. Sollen sie, solange sie nicht oft kommen. Sie kommen
nicht mehr oft, gehen recht schnell. Alles besser als damals. Draußen ist es grau, noch immer kalt. Doch Freitag und Samstag soll es schön warm werden. Mein Seelchen freut sich.
Den Geburtstag von T. Lydia gefeiert. Mit Kaffee und Kuchen und vielen Geschichten. T. Anna vorneweg aus ihrer Jugendzeit, der schönsten, wie sie als Dienstbotin im
Hotel gearbeitet hat. Spannend ist das und eine andere Welt. Sie ist 98, schaut noch immer Sport und übt beim Fußball am Wochenende ihr Gedächtnis im Behalten der Ergebnisse. T. Lydia ist nun 88,
sieht aber mindestens 10 Jahre jünger aus. Trotz der Verbannung in den Rollstuhl ist sie voll auf der Höhe der Zeit und kann bei allem mitreden. Bewundernswert.
Die Bayern. Sie hatten mal wieder Glück. Doch diesmal verdient. Ich muss es neidlos anerkennen. Neidlos? Nicht das Schwarze unterm Fingernagel gönne ich dieser Schicki-Micki Hopsertruppe. Der Spiegel überschreibt seinen Bericht über die Bayern mit: Mir san Europa. Ha! Da ist sie wieder, die Hybris. Mir san mir und mir san die Besten ? drunter geht?s nicht. (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,829827,00.html)
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Da kommt Freude auf weil alle sich freuen, dass wir wieder da sind. Und das sind wir seit Samstag. Das Häuschen warm dank Klaus, dem Vorheizer. Und draußen schien die Frühlingssonne freundlich in die angestaubten Fenster.
Das WoMo steht wieder reisefertig bereit, M hat mit Zahnbürste die Ecken geputzt, Männer machen traditionell die raueren Arbeiten wie Klo- und Fahrräder entsorgen. Wir könnten schon wieder.
Bin müde. Ob das der Frühling ist? Oder die anstehende Gartenarbeit? Unter dem Stoß Reklame bei der Post ein Aufmunterer: Auch Männer haben Gefühle - Technikgefühle. Na so was. Bei vielen meiner Gattungsgenossen stimmt es. Besonders bei den Traktorfahrern, die stolz die alten Gefährten neu hergerichtet durch Wald und Wiesen tuckern.
Lese noch immer über Italien. Sie haben kein Jugendschutzgesetz gegen Alkoholmissbrauch. So gut wie unbekannt. Das gemäßigte Trinken regelt die Familie. Und bisher kein Prekariat, keine ausgegrenzte Schicht von Menschen, die sich aufgegeben haben. Stimmt. In Italien hat auch ein Hilfsarbeiter seine Würde. Wird sich auch noch geben bei dem Fernsehangebot. Wir fahren im Juli mit den Enkeln wieder hin. Und geplant ist eine gemeinsame Reise mit H&J zur Erinnerung an die gemeinsame Hochzeit vor 30 Jahren im Herbst.
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Gestern ziemlich gefeiert nach dem Motto: je oller je doller.
Einen wunderschönen Geb.tisch vorgefunden (von der
lieben M, von wem sonst?) Heute wollen wir auch noch, müssen geradezu, denn nicht jedes Jahr hat man 30jähriges Partnerschafts- Jubiläum. Und das noch zusammen mit H&J! Lange Zeiten, schöne
Zeiten. Die besten meines Lebens. Mit dem Feiern, ich weiß noch nicht, häng noch etwas in den Seilen. Mal sehn, der Tag ist noch nicht zu Ende und der Sekt steht kalt. Viele Leute haben
gratuliert. Dankeschön. Wenn wir zurück sind, feiern wir wieder. Versprochen.
Regen tröpfelt auf das Dach, 15 Grad sind es und windig obendrein. Wir gehen höchstens ins Museum. Da kommen wir ansonsten nicht hin, weil es draußen zu schön ist.
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13. März 2012
Fr. 9.3. Unser WoMo ist klein. Sehr klein. Gehört immer zu den Winzlingen auf den Plätzen. Manchmal ist das schnuckelig, manchmal geht es mir auf den
Nerv, wenn der Eine sich verdünnen muss damit der Andere vorbei kommt. Dafür dürfen wir im Bett fernsehen. In den großen Mobilen ist der Fernseher im Wohnzimmer, wie es sich gehört.
Preis für Diesel = 1,70 ? aufwärts. Für 1 Tankfüllung 120 Euro bezahlt. Die Bustickets kosten 1 Euro.
Jeden Tag sitzen wir auf dem Campo, dem schräg nach unten zum Rathaus in Muschelform gebogenen abfallenden Platz, umgeben von würdevollen alten
Patrizierhäusern. Die sollten nach alten Vorgaben ähnlich dem Rathaus im Fassadenstil sein. Der Platz ruht in seiner Schönheit, strahlt es aus.
Das rotbraune Pflaster ist schon voll von
liegenden und sitzenden Menschen. Und außen herum in den Restaurants und Kaffees genießen Sienesen und Touristen gleichermaßen die Schönheit des Platzes und der Frauen. Ich
krieg die Augen nicht weg. Sogar schöne Japanerinnen flanieren vorbei. Die Stadt ist voll von Asiaten. Was machen die alle hier?
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13. März 2012
Etwa 100 Jahre lang war Siena eine reiche und große Stadt. Das war im 12. und 13. Jhdt.
Dann kam die Pest und danach die Medici aus Florenz.
Wie die Terrier griffen sie immer wieder an bis sie die Stadt erobert hatten. Mit der Einführung der Goldwährung wurde das sienesische Silber abgewertet,
die einst Einkommen gerierende Durchgangsstraße nach Rom wurde verlegt und Siena verfiel in einen Dornröschenschlaf. Daraus erwachte die Stadt erst wieder nach dem WK II. Auch die neuen
Stadtväter waren schlau. Schon in den 50er Jahren sperrten sie das Zentrum für den Autoverkehr, verminderten die Pollution und verstärkten die authentische Renovierung. Damit wir die schöne Stadt
in ihrer alte Pracht bewundern können.
Sa 10.3. Gestern pfiff der Wind kalt durch die Gassen, dunkle Wolken zogen an der Sonne vorbei. Heute strahlt sie wieder und freut sich uns zu
sehen.
Die Straßen von Siena sind gebogen, führen voneinander weg, aufeinander zu, öffnen sich auf verborgene Plätze, verzweigen sich erneut, landen in Ein- und Durchgängen. Wir verlaufen uns oft.
Gibt es etwas Besseres als was Süßes? Ja, die Köstlichkeiten auf dem Schokoladenmarkt in Siena. Schlicht göttlich.
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12. März 2012
Die gesamte Fahrt Regen und Kälte. Auch in Siena. Ich darf sorglos und bewegungsgehemmt im Bett liegen, lesend, fernsehend, schlafend, vorn & hinten gleich dem WoMo versorgt von der lieben M. Doch morgen geht?s bestimmt besser. Die alten Gemäuer locken.
der erste steife Gang durch die alte Stadt. Die Hexe sticht noch immer, doch immer weniger. Es war gut, bei Regen und Kälte im WoMo zu liegen zu lesen und von M versorgt zu werden. Passt.
Do 8.3. Weltfrauentag. Hier kriegen die Damen gelbe Zweige geschenkt. M sagt, es seien Mimosen. Und ich dachte, die hätten einen negativen Beiklang. Frauen sind besser als Männer, das ist mir seit langem klar. Doch zusammen, als Team mit den besonderen Eigenschaften eines jeden Partners sind wir unschlagbar, solange wir an einem Strang ziehen und uns wohl wollen. Das wollen wir.
Immer noch hüftlahm. Zwingt zum Schongang, ich sehe mehr.
Auffallend: die alten Gemäuer dürfen alt sein, werden nicht aufgemotzt und strahlgeschönt. Siena ist angelegt als architektonisches Kunstwerk. Sie hatten
schlaue Stadtväter im hohen Mittelalter, eine Neunerbande. Die haben den Reichtum durch das Silber im nahen Bergwerk wohl angelegt. Alle Straßen und Plätze wurden nach ästhetischen Kriterien
geplant und gebaut. Besonders der zentrale Platz am Hang.
Il Campo ist bis heute für mich der schönste Platz der Welt. Kann sein, sagt M, und träumt von Rom, von der P. Navona und der P. del Populo. Aber, sagt
sie, auch der Fischmarkt in Erfurt hat was. Und der Dürerplatz in Nbg. Recht hat sie. Jeden Tag sitzen wir auf dem Campo, schauen den Menschen zu und lassen uns vom Charme des Platzes samt Sonne
erwärmen.
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