10 Anfängerfehler beim Wandern – und wie du sie umgehst

Den Rucksack packen und losmarschieren! Ganz so einfach ist eine Wanderung nicht. Vor allem am Anfang eines Wanderlebens passieren schnell Fauxpas und Fehler. Und ja, auch die Globetrotter Redaktion nimmt sich da nicht heraus, wir alle haben einmal angefangen. Damit du bestimmte unangenehme Erfahrungen gar nicht erst machen musst, unterstützen wir dich auf deinen ersten Wanderwegen dieser Welt, indem wir einige der gängigsten Fehler beim Wandern teilen. Ob es das Vergessen wichtiger Gegenstände ist, die Auswahl unpassender Ausrüstung oder einfach ungenügende Vorbereitung: Wir möchten dich zum Musterschüler oder zur Musterschülerin in der Schule des Wanderns machen. Dann steht einer erfolgreichen Tour absolut nichts mehr im Weg!

1. Schlechte Vorbereitung

„Abenteuer fängt da an, wo die Planung aufhört“ – da ist zwar viel Wahres dran. Dennoch erhöht gute Vorbereitung die Wahrscheinlichkeit signifikant, dass deine Wanderung erfolgreich verläuft, du dich wohlfühlst und dich nicht unnötig in Gefahr bringst. Unvorhergesehene Dinge passieren ohnehin genug. Was kannst du also tun, um Fehler bei der Vorbereitung zu vermeiden?
Wichtig: Du solltest dich am Anfang nicht übernehmen und zunächst kürzere Routen planen. Besorge dir deshalb eine passende Wanderkarte deines gewünschten Gebietes. Sogar noch besser: Ein gut aufbereiteter Wanderführer mit nützlichen Infos, Karten, GPS-Punkten und vielem mehr. Dies hilft dir auch, die Wanderzeit besser einzuschätzen und die Etappen genau zu planen. Für den Fall des Falles solltest du immer für die Dunkelheit vorbereitet sein: Pack eine Stirnlampe ein sowie eine Powerbank, damit deinem Smartphone unterwegs nicht der Saft ausgeht, falls du damit navigierst.
Apropos: Schau gern in unsere Kaufberatung zur Navigation, in der du hilfreiche Tipps dazu findest. Nimm ausreichend Verpflegung mit und wähle eine für deine körperliche Verfassung passende Tour aus. Du möchtest unterwegs einkehren? Prüfe vorab die Öffnungszeiten des Restaurants. Du nimmst den Bus nach Hause? Such dir im Vorfeld den Fahrplan zur jeweiligen Linie raus. Je besser du vorbereitet bist, desto freier ist dein Kopf für die Schönheiten der Natur!

Eine Wanderkarte verschafft dir den richtigen Überblick.

2. Wanderschuhe nicht eingelaufen

Du hast brandneue Wanderschuhe und möchtest diese lieber heute als morgen auf die nächste lange Wanderung ausführen? Wir raten dir, ein paar Testspaziergänge oder -wanderungen einzulegen. Das gründliche Einlaufen deiner Wanderschuhe ist unverzichtbar, wenn du Blasenbildung und Scheuerstellen vorbeugen möchtest, die dir deinen Wandertag vermiesen. Die Materialien des Schuhs müssen sich erst deiner Fußform anpassen und werden mit der Zeit etwas weicher und flexibler. Für Lederschuhe trifft dies besonders zu. Behandelst du deine Schuhe dann auch noch mit einem passenden Pflegemittel, wird das Material schön weich und anpassbar. Und mit den richtigen Wandersocken am Fuß und Blasenpflastern in der Tasche bringst du die Einlaufphase ganz entspannt hinter dich.

Lasse geht in voller Trekkingmontour über einen Bach.
Sei wie unser Azubi Lasse vor seiner ersten Trekkingtour: Teste deine Ausrüstung vorm Wandern und laufe deine Schuhe gründlich ein.

3. Rucksack zu schwer und falsch gepackt

Hast du viel zu viel eingepackt und/oder den Rucksackinhalt auch noch falsch platziert, wird sich dein Rücken nach kurzer Zeit bemerkbar machen. Was kannst du also tun?
Zunächst einmal das Offensichtliche: Versuche, dich zu beschränken und nur das einzupacken, was du wirklich brauchst. Weniger ist mehr! Natürlich wächst deine Expertise beim Einpacken mit deinem Erfahrungsschatz und mit der Zeit weißt du genau, was du weglassen kannst. Mehr als 5 kg sollte ein Tagesrucksack für dich alleine jedenfalls nicht wiegen. Bei Trekkingtouren kommt es auf den Anspruch der Tour an. Hier empfehlen wir dir als Orientierung unsere Packliste.
Ein weiterer entscheidender Punkt ist, wie du deinen Rucksack richtig packst. Die Anordnung deines Rucksackinhaltes kann nämlich den Tragekomfort merklich beeinflussen. Ein paar schnelle Tipps:

  • Packe die schwersten Gegenstände (zum Beispiel Thermoflasche, Essen) direkt an den Rücken. Dann bleibt dein Schwerpunkt ausgewogen und der Rucksack zieht nicht nach unten oder schaukelt umher.

  • Alles, was schnell erreichbar sein soll, kommt außen ins Deckelfach oder in die Seitentaschen.

  • Schau, dass dein Rucksack so kompakt wie möglich ist, denn das spart deinem Oberkörper Energie bei der Bewegung. Nutze hierfür die Kompressionsriemen.

Noch mehr nützliche Tipps findest du in unserem Blogbeitrag zum Thema.

4. Zu wenig gegessen

Leckeres Essen und Trinken beim Wandern sorgen nicht nur für einen ordentlichen Motivationsschub, sondern auch für die nötige Energiezufuhr für anstrengende Tagestouren. Gerne wird am Anfang unterschätzt, wie viel Nahrung tatsächlich benötigt wird. Fakt ist: Während des Wanderns braucht der Körper regelmäßig schnelle Energie in Form von Kohlenhydraten, um richtig zu funktionieren. Auch Fette, die zum Beispiel in Nüssen stecken, liefern hervorragende Nährstoffe. Denn nicht nur deine Muskeln, sondern auch dein Gehirn benötigt Nahrung unterwegs. Eine Unterversorgung kann sich in Form von Ängsten, Überforderung oder starker Müdigkeit bemerkbar machen. Am besten nimmst du einmal in der Stunde einen energiereichen Snack mit viel Flüssigkeit zu dir, damit du deine Wanderung durchweg gut versorgt genießen kannst.
Bei Mehrtagestouren bedarf es in puncto Verpflegung etwas mehr Planung, was die Hauptmahlzeiten angeht. Hier eignet sich gefriergetrocknete Trekkingnahrung perfekt, da sie unkompliziert zuzubereiten, leicht und kalorienreich ist. Müsli oder Porridge zum Frühstück, etwas Trockenobst oder gefriergetrocknete Beeren schmecken gut und sind tolle Nährstofflieferanten für den in Anspruch genommenen Wandererkörper.

5. Erste-Hilfe-Set vergessen

Ein kleines Malheur mit dem Taschenmesser, eine dicke Blase an der Ferse oder eine Schürfwunde durch zu viel Felskontakt: Leichte Verletzungen können beim Wandern immer passieren, und darauf solltest du selbst bei kurzen Wanderungen stets vorbereitet sein. Ein minimalistisches Erste-Hilfe-Set beinhaltet die wichtigsten Utensilien, um eine Wunde unterwegs versorgen zu können, bis du zu Hause bist oder ärztliche Hilfe in Anspruch nimmst. So kann auch das Infektionsrisiko reduziert werden und es wandert sich etwas sorgenfreier.
Für mehr Infos rund ums Thema Erste Hilfe auf Tour schau gerne in unseren Blogartikel.

Kleinere Verletzungen sollten unterwegs direkt versorgt werden.

6. Isomatte passt nicht zum Schlafsack

Die erste Nacht im nigelnagelneuen, superwarmen Schlafsack und dennoch vor Kälte kaum ein Auge zugetan? Das könnte daran liegen, dass deine Isomatte nicht genügend isoliert. Durch eine zu dünne oder wenig isolierende Isomatte dringt die Bodenkälte zu deinem Körper durch, der Schlafsack kann seine wärmende Wirkung nicht mehr entfalten. Achte daher beim Kauf deiner Matte genau auf den für dein Vorhaben passenden R-Wert. Dieser Testwert gibt an, wie hoch die Isolationsleistung der Isomatte ist. Hast du die Komfortbereiche deines Schlafsacks und deiner Isomatte optimal aufeinander abgestimmt, so steht einer gemütlichen und wirklich erholsamen Nacht fast nichts mehr im Wege.

Wintercamping mit Stirnlampe und dickem Schlafsack
Die Immergeher-Kombi: Warmer Schlafsack + warme Isomatte mit hohem R-Wert.

7. Falsche Bekleidung

Wenn du beim Wandern frierst, obwohl du schwitzt, dann hast du wahrscheinlich die falsche Wanderkleidung am Leib. Die zwei wichtigsten Aspekte bei der richtigen Wanderbekleidung sind vor allem die Wahl der Materialien sowie das Anpassen der Kleidung an die Wettergegebenheiten.
Optimal eignen sich funktionale, feuchtigkeitsleitende und schnelltrocknende Gewebe für Outdooraktivitäten wie das Wandern. Dazu gehören zum Beispiel Kunstfasern wie Polyester oder Polyamid, oder auch Naturfasern wie Merinowolle und Lyocell sowie Mischgewebe aus Kunst- und Naturfasern. Hast du also Gefallen daran gefunden, zu Fuß durch die Natur zu streifen, investiere am besten in ein bequemes Wanderhemd oder ein schickes Funktionsshirt, denn der Oberkörper schwitzt bekanntlich am meisten. Trifft dieser Schweiß dann zum Beispiel auf dein Baumwollshirt, wird er zwar aufgesogen, aber nicht an die Umgebung abgeleitet, sodass du Gefahr läufst, rasch auszukühlen. So bequem Baumwolle auch ist, zum Outdoorsport solltest du doch lieber auf die genannten Materialien zurückgreifen.

Hast du deine kleine Sammlung an geeigneter Wanderkleidung beisammen, so kannst du dich mittels des Zwiebelprinzips für alle möglichen Bedingungen draußen rüsten. Je größer die Kälte, desto mehr (oder dickere) Schichten. Dabei gilt: direkt auf der Haut liegt das Funktionsshirt oder die Funktionsunterwäsche, danach kommt eine wärmende Bekleidungsschicht und ganz außen schützt dich eine Softshell- oder Hardshelljacke vor Wind und Wetter. Mehr dazu erfährst du in der entsprechenden Kaufberatung.

8. Zu wenig Wasser dabei


Ein echter Kardinalfehler und mitunter richtig fatal. Auf deinen Wanderungen gilt es unter allen Umständen, Dehydrierung zu vermeiden. Denn natürlich kann dein Körper nur unter ausreichender Flüssigkeitszufuhr funktionieren. Etwa einen halben Liter pro Stunde solltest du dabei einplanen. Verlasse dich am besten nicht auf etwaige Wasserquellen, die auf Karten eingezeichnet sind, sich in der Realität aber als Schlammloch oder gar komplett ausgetrocknet herausstellen, sondern sei (zumindest beim Trinken) so autark wie möglich unterwegs.
Ein Tipp: Faltflaschen wie zum Beispiel von Platypus wiegen kaum etwas und nehmen nur so viel Platz ein wie ihr Inhalt. Auch ein Trinksystem kann helfen, den Wasserbedarf zu decken, da du den Schlauch direkt griffbereit hast, während deine Trinkblase ergonomisch und sinnvoll platziert direkt am Rücken anliegt. Die meisten Wanderrucksäcke verfügen über ein entsprechendes Trinkblasenfach. Deine Wanderroute führt durch bewirtschaftetes Gebiet? Dann empfehlen wir dir, einen leichten Wasserfilter mitzunehmen, um für sauberes Wasser zu sorgen.

9. Sonnencreme vergessen

Auch wenn wir uns alle darüber freuen, wenn am Wandertag die Sonne vom Himmel strahlt, so birgt sie so manche Tücken wie auch Gefahren für die Hautgesundheit. Vor allem, wenn du mit deinen Kindern unterwegs bist, ist ein hoher Schutz vor UV-Strahlung von besonderer Wichtigkeit. Daher sollte Sonnencreme vor allem im Sommer weit oben auf deiner Packliste stehen. Informiere dich am besten über den tagesaktuellen UV-Index: Ab Index 3 solltest du dich gründlich und in ausreichender Menge eincremen. Ein tolles Gimmick, das dir hier helfen kann, ist Ajuma. Dieses smarte Wearable zeigt dir mittels einer Smartphone App an, wann es Zeit ist, nachzucremen.
Doch nicht nur Sonnencreme schützt deine Haut vor Schäden. Auch Bekleidung mit UV-Schutz und Sonnenschutz für den Kopf in Form von Sonnenhüten oder Caps sollten auf Wanderungen immer mit dabei sein. Wenn du unter „Eigenschaften“ den Filter „UV-Schutz“ setzt, bekommst du zertifizierte, geprüfte Bekleidung mit Lichtschutzfaktor angezeigt.

Ajuma ist ein cleveres Gadget zum Schutz vor starker UV-Strahlung.

10. Falsches Zelt

Wo soll es hingehen? Und welches Zelt nehme ich mit? Der Aspekt des passenden Zeltes sollte gut bedacht werden und ist absolut sicherheitsrelevant. So wirst du in den schottischen Highlands zum Beispiel andere Bedingungen vorfinden als auf dem Arizona Trail in den USA. Immer wieder bekommen Wander:innen Probleme, wenn etwa bei einem plötzlichen Wintereinbruch im norwegischen Fjell das Sommerzelt nicht ausreichend vor eindringendem Schnee schützt oder aufgrund mangelnder Stabilität im Sturm einfach wegfliegt. Um dir diesen Alptraum zu ersparen, solltest du dir unsere Kaufberatung gründlich durchlesen und abwägen, welches Zelt für deine geplante Wanderung das richtige ist. Hier findest du vor allem als Anfänger:in Tipps, welche Eigenschaften ein Zelt für bestimmte Zwecke mitbringen muss. Je rauer das Klima, desto stabiler sollte natürlich dein Zelt sein. Daher wähle es immer passend zur anspruchsvollsten Tour aus, die du (voraussichtlich) damit machen wirst. Safety first!
Ein praktischer Hinweis: Der Filter „Schlagworte“ hilft dir bei der Auswahl des richtigen Zelttypen („Sommerzelte“ oder „3-Jahreszeiten-Zelte“).

Ein leichtes Zelt für moderate Bedingungen.

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