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In der Hängematte schlafen

Für eine entspannte und erholsame Nacht draußen in der Hängematte, sind fünf Dinge wichtig, auf die wir in diesem Artikel und im dazugehörigen Video näher eingehen.

Was brauchst du für eine Übernachtung in der Hängematte?

  1. eine Hängematte – idealerweise mit Moskitonetz und Ridgeline
  2. Baumgurte – die musst die in der Regel separat kaufen
  3. Eine Isolation in der Hängematte – also einen Schlafsack oder einen Quilt
  4. Eine Isolation unter der Hängematte – also eine Isomatte oder ein Underquilt
  5. Wenn das Wetter nicht stabil sein, brauchst du noch ein Tarp.

Die Hängematte

Worauf du achten solltest
Welche Hängematte solltest du wählen?

Zum Übernachten solltest du eine Hängematte wählen, die an den Enden zusammenläuft. Hängematten mit Stäben sind nur was fürs Wohnzimmer oder den Garten. Dort liegst du zum Schlafen nicht bequem genug und bist auch nicht gegen das Rausfallen sicher.

Es gibt unterschiedlichste Materialien (von Baumwolle bis super leichter Kunstfaser), die vor allem über Packmaß, Robustheit und Gewicht entscheiden. Da solltest du dir Frage stellen: Wie weit willst du die Hängematte tragen und wieviel Geld möchtest du ausgeben? Denn je leichter und hochwertiger das Material – desto teuer sind die Hängematte in der Regel.

Es gibt Hängematten-Modelle mit fest integriertem Moskitonetz und Hängematten ohne Moskitonetz. Denn je nach Reiseziel, Jahreszeit und Vorhaben ist ein Moskitonetz nicht immer nötig. Aber das Netz schützt dich nicht nur vor Mücken, sondern auch vor Spinnen, Käfern und anderm Getier, mit dem du nicht unbedingt in der Hängematte kuscheln willst.

Wie groß sollte die Hängematte sein und wie liegst du richtig?

Je breiter und je länger die Hängematte, desto mehr Komfort – weil du mehr Platz hat und verschiedene Schlafpositionen einnehmen kannst. Das ist auch eine Geschmacksfrage, deshalb lohnt es sich Hängematten Probe zu liegen. Standardhängematten sind etwa 120-140 cm breit und um die 3 Meter lang. Eine größere Matte ist natürlich schwerer – und im Zweifel benötigst du dann auch ein größeres Tarp.

In der Hängematte liegst du nicht gerade, sondern leicht diagonal. Mit dem Kopf etwa auf 11 Uhr und den Füßen auf 5 Uhr. Dadurch liegst du relativ eben und ohne krummen Rücken. Deshalb ist eine entsprechende Größe der Hängematte wichtig, damit du auch bequem diagonal liegen kannst.

Was ist eine Ridgeline und wofür brauchst du sie?

Eine Ridgeline wird an den Endpunkten (Aufhängung) der Matte befestigt und fixiert deren Abstand. Sie ist eine praktische Hilfe beim Aufhängen der Hängematte. Denn so hängt die Hängematte immer gleich durch, egal wie weit die Befestigungspunkte auseinanderliegen. Und du liegst auch immer gleich in der Matte. Die Ridgeline hält außerdem das Moskitonetz in Position. Gleichzeitig kannst du an einer Ridgeline Sachen befestigen, die du griffbereit haben möchtest. Eine Ridgeline kannst du auch nachträglich noch an deiner Hängematte installieren. Kann man kaufen oder selber basteln.

Die Baumgurte

Wie du die Hängematte befestigst
Damit hängst du die Hängematte auf

Mit Baumgurten wird die Hängematte am Baum (oder ähnlichem) befestigt. Achtung: sie sind in der Regel nicht im Lieferumfang. Es gibt Unterschiede bei der Befestigungsart, dem Preis und dem Gewicht – und wie gut der Baumgurt den Baum schützt. Je breiter die Gurte, desto besser für die Bäume. 

Klassische Spanngurte zweckzuentfremden ist nicht optimal. Denn oft musst du dort noch zusätzliche Knoten in den Gurt machen. Und die lassen sich nur schlecht wieder entfernen, wenn du erst mal eine Nacht im der Matte gelegen hast. Reepschnüre oder Paracords sind tabu, weil die zu sehr in die Baumrinde einschneiden. Außerdem sind Paracords oft aus Nylon gefertigt und dehnen sich, wenn sie nass werden.

Isolation von oben

Schlafsack oder Quilt
Isolation in der Hängematte

Ab etwa 20 Grad Celsius Außentemperatur benötigst du für eine Nacht in der Hängematte eine wärmende Isolation. Du kannst dich mit deinem normalen Schlafsack in die Matte legen. Das ist sicher für die ersten Übernachtungen die richtige Wahl.

Das Problem ist, dass der Schlafsack von unten und teilweise auch von der Seite plattgedrückt wird. Dadurch fehlt dir dort die Isolation und es entstehen Kältebrücken. Wie du dieses Problem löst, erklären wir dir im nächsten Abschnitt. Weil der Schlafsack also nur von oben wärmt, kannst du ihn gleich als Decke verwenden. So kommt du auch einfacher in die Hängematte, als wenn du als Wurm versuchst, da reinzuhüpfen. Einfach die Füße in den Fußsack stecken und dann den Schlafsack als Decke verwenden.

Profis benutzen in der Hängematte einen Quilt – das ist praktisch ein Schlafsack, nur ohne Kapuze und Rückenteil. Und dadurch oft leichter als ein Schlafsack.

Isolation von unten

Isomatte oder Außenquilt
Isolation unter der Hängematte

Für die Isolation von unten gibt es zwei Lösungen:

Mit einer Isomatte
Einige Hängematten haben auf der Unterseite ein Fach, in dass du eine Isomatte schieben kannst. So kann sie nicht verrutschen und du bist von unten gegen Kälte isoliert.

  • Vorteil: eine Isomatte hast du vermutlich ohnehin schon.
  • Nachteil: nicht jeder findet das bequem. Und an den Seiten kann es schon mal ziehen.

Die Isomatte einfach in die Hängematte zu legen wäre theoretisch auch eine Option, aber die rutscht dir in der Nacht schneller mal unter dem Hintern weg.

Mit einem Außenquilt
Alternativ kannst du mit einem Außenquilt arbeiten, das ist eine Art Schlafsack, der als isolierende Schicht unter bzw. um die Hängematte gehängt wird.

  • Vorteil: unbeeinträchtigtes Hängemattenfelling, Isolation ohne Lücken.
  • Nachteil: extra Investition. Und falls du wider Erwarten keine Aufhängemöglichkeit für deine Hängematte hast, kannst du dich nicht einfach mit deiner Isomatte auf den Boden lagen.

Das Tarp

Schutz vor Niederschlag
Das Tarp über der Hängematte

Es gibt sehr viele Varianten an Tarps und Befestigungslösungen. Am besten kaufst du dir ein Tarp, dass speziell für Hängematten konzipiert wurde, dann sind die Aufhängungen bereits so angebracht, dass du es einfach über deine Hängematte spannen kannst.

Wichtig: Das Tarp muss an beiden Enden deutlich über die Aufhängungen reichen – jeweils etwa 15 bis 20 Zentimeter. So kann dir der Regen nicht direkt in die Hängematte tropfen.

Besonders an kalten und windigen Tagen, solltest du das Tarp nicht zu hoch über der Hängematte spannen, so geht weniger Wind durch und das Mikroklima unter dem Tap ist wärmer.

Damit dir das Regenwasser nicht vom Baum über die Aufhängung unter das Tarp in die Hängematte läuft, solltest du Tropfschnüre benutzen. Tropfschnüre sind z.B. kurze Paracords oder Reebschnüre, die du an der Aufhängung anknotest. Dort tropft dann das Regenwasser ab, bevor es deine Hängematte erreicht.

Wichtig: die Tropfschnüre sollten unter dem Tarp positioniert sein. Manchmal sind mehrere Schnüre nacheinander nötig. Auch ein Karabiner zwischen dem Baumgurt und der Hängematte kann dafür sorgen, dass das Wasser noch besser abtropft.

Wenn du bereits ein Tap besitzt, dass du nutzen willst, solltest du es im Garten oder Park mal Probespannen, ob es wirklich mit deiner Hängematte funktioniert.

  • Ein Karabiner als Abtropfhilfe.
  • Tropfschüre an der Aufhängung
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