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Nachhaltigere Daunenjacken:
ein Einkaufsguide

Auf der Suche nach einer nachhaltigeren Daunenjacke werden Kundinnen und Kunden mit vielen Labels und Herstellerzusagen konfrontiert. Dieser Leitfaden erklärt, welche Aspekte zu berücksichtigen sind, um tier- und umweltfreundlichere  Daunenjacken zu finden. Außerdem verraten wir dir, welche Alternativen zu Daunenfüllungen in Jacken es aktuell auf dem Markt gibt.

Daunen sind weiche und flauschige Unterfedern von Wasservögeln wie Enten und Gänsen. Sie werden traditionell als Füllung für Decken und Kissen verwendet, sind aber aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften auch in Outdoor-Produkten wie Schlafsäcken und Daunenjacken beliebt: Denn sie sind besonders isolierend, leicht und komprimierbar. 

Da sich zwischen den feinen Daunen viel Luft befindet, wird die Körperwärme lange Zeit effektiv gespeichert. Die Füllung sorgt außerdem für ein geringes Gewicht. Eine Daunenjacke ist daher besonders empfehlenswert, wenn ein geringes Packmaß und Gewicht wichtig sind, wie beispielsweise auf einer mehrtägigen Trekkingtour.

Daunen sind ein beliebtes Naturmaterial. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie frei von Giftstoffen sind: Einige Produkte sind mit PFAS beschichtet, um die Daunen weniger feuchtigkeitsempfindlich zu machen. Denn sobald eine Daunenjacke nass ist, wärmt sie nicht mehr richtig, da die feinen Federn verklumpen. Wenn du sichergehen möchtest, dass ein Produkt kein PFAS enthält, achten Sie auf Begriffe wie „fluorkohlenwasserstofffrei”, „PFAS-frei” oder „PFC-frei”.

Die richtige Pflege ist bei Daunenprodukten sehr wichtig, da sie sonst ihre Bauschkraft und damit ihre guten Wärmeisolierungseigenschaften verlieren. In unserem Produktpflege-Ratgeber erklären wir, wie  du deine Daunenjacke richtig pflegst und wäschst. Auch die Globetrotter-Reparaturwerkstätten helfen gerne bei der Pflege und bieten einen Waschservice für Daunenbekleidung und andere Produkte an. Mehr dazu erfährst du auf unserer Reparaturwerkstatt-Seite.

Wenn dir das Gewicht deiner Jacke weniger wichtig ist als Pflegeleichtigkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit, dann ist eine Kunstfaserfüllung möglicherweise die bessere Wahl – insbesondere auch wenn du vegane Alternativen bevorzugst.

Bist du noch unsicher, ob eine Daunen- oder Kunstfaserfüllung die richtige Wahl für deine nächste warme Jacke ist, hilft dir unser allgemeiner Einkaufsratgeber für Daunenjacken weiter.

Nachhaltigere Daunenjacken - unserer Einkaufsguide verrät, worauf du achten solltest

Daunen und Tierschutz

Leider werden trotz des EU-Verbots auch heute noch einige Daunen durch „Lebendrupf”, d. h. von lebenden Gänsen, gewonnen. Dieses Verfahren ist für die Tiere äußerst schmerzhaft und stressig. Bevor sie sterben, werden sie mehrmals auf diese Weise und ohne Betäubung gerupft. Diese Produktionsmethode ist vor allem in China, woher der größte Teil der weltweit verarbeiteten Daunen stammt, noch weit verbreitet. Beim „Totrupf“ hingegen werden die Daunen und Federn nach der Schlachtung der Tiere gewonnen. Die Federn sind dann in der Regel ein Abfallprodukt der Fleischindustrie.

Mit unserem Verhaltenskodex verlangen wir bei Globetrotter von allen unseren Lieferanten die Einhaltung zahlreicher Nachhaltigkeitsstandards. In Bezug auf Daunen und Federn sieht dieser Standard vor, dass diese nur von geschlachteten Tieren stammen dürfen. Außerdem dürfen sie nicht aus Betrieben stammen, die auch Lebendrupf oder Zwangsfütterung praktizieren. Dementsprechend verkauft Globetrotter nur Produkte mit Daunen von toten Vögeln.

Wenn du den Kauf von Produkten mit Federn oder Daunen aus Lebendrupf vermeiden und sicherstellen möchtest, dass bestimmte Tierschutzstandards eingehalten werden, kannst du außerdem auch auf einige gängige Labels und Standards achten.

Branchenübliche Standards:

Responsible Down Standard (RDS)

Der Responsible Down Standard (RDS) wurde 2014 von der NGO Textile Exchange in Zusammenarbeit mit der Outdoor-Marke The North Face entwickelt und ist heute einer der gängigsten Standards für Daunenprodukte im Outdoor-Segment.

Der Standard schreibt vor, dass nur Daunen von geschlachteten Tieren verwendet werden dürfen. Außerdem müssen die Vögel unter Bedingungen gehalten werden, die ihnen kein Leid zufügen. Praktiken wie die Zwangsfütterung werden vom Standard ausgeschlossen.

Der RDS zertifiziert die gesamte Lieferkette – vom Küken bis zur Daune. Nur Produkte aus 100 Prozent zertifizierten Daunen und Federn dürfen das RDS-Logo tragen. Die Einhaltung der Kriterien wird von unabhängigen, unparteiischen Zertifizierungsstellen in Form von angekündigten und unangekündigten Kontrollen überprüft.

Global Traceable Down Standard (TDS)

Der Global Traceable Down Standard wird von der Zertifizierungsorganisation NSF vergeben und garantiert, dass die in einem Produkt verwendeten Daunen nicht aus Lebendrupf oder Zwangsfütterung stammen. Die Einhaltung des Standards wird durch angekündigte und unangekündigte Kontrollen überprüft.

Auch der TDS zertifiziert die gesamte Lieferkette, vom Küken bis zu Daune, schließt jedoch auch die Elterntiere mit ein: Diese leben bis zu vier Jahre länger als ihre für die Fleischproduktion gezüchteten Nachkommen und sind daher in der konventionellen Daunenproduktion häufiger von Lebendrupf betroffen. Lebendrupf ist daher sowohl für Schlachttiere als auch für Elterntiere verboten. Aus diesem Grund stuft der Deutsche Tierschutzbund den Global Traceable Down Standard als den strengsten Standard in der Daunenproduktion und -verarbeitung ein.

Darüber hinaus haben einige Outdoor-Marken eigene Standards entwickelt.

Fjällräven:

Mit seinem „Down Promise” verspricht Fjällräven, nur rückverfolgbare Daunen zu verwenden, die ein Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie sind. Laut der schwedischen Outdoor-Marke soll diese vom Küken bis zum fertigen Daunenprodukt rückverfolgbar sein. Das Unternehmen verwendet versiegelte Säcke in der Lieferkette, um sicherzustellen, dass die Daunen nicht mit anderen vermischt werden. Dies wird durch regelmäßige Kontrollen überprüft.

Mountain Equipment:

Bereits 2009 führte Mountain Equipment den Down Codex® ein, mit dem das Unternehmen Praktiken wie Lebendrupfen, Zwangsfütterung und Schnabelkürzen aus der Daunenindustrie verbannen will.

Darüber hinaus wurde der Responsible Down Standard (RDS) nun sowohl in die Beschaffung als auch in die Kommunikation des Down Codex integriert. Ein individueller Code auf jedem Mountain Equipment-Produkt ermöglicht es, den Weg der verwendeten Daunen zurückzuverfolgen und detaillierte Informationen abzurufen.

Recycelte und gebrauchte Daunen

Daunen eignen sich hervorragend zum Recyceln, da sie robust sind und ihre gute Qualität lange erhalten bleibt. Außerdem werden Daunen selten mit anderen Füllstoffen vermischt. Das macht es einfach, sie zu sortieren, zu waschen, zu sterilisieren, zu trocknen und in neue Produkte zu füllen.

Das Recycling von Daunen ist in dreierlei Hinsicht sinnvoll: nicht nur, um wertvolle Ressourcen zu schonen und Abfall zu vermeiden, sondern auch aus Tierschutzgründen, da weniger Tiere für die Produktion neuer Daunen leiden müssen. Allerdings lässt sich die Herkunft gebrauchter Daunen nicht mehr vollständig zurückverfolgen, sodass es möglich ist, dass ein Produkt mit recycelter Füllung Daunen aus Lebendrupf enthält.

Auch die britische Outdoor-Marke Mountain Equipment hat die Vorteile des Daunen-Recyclings erkannt und sammelte ein Jahr lang gemeinsam mit Globetrotter gebrauchte Decken, Kissen und Schlafsäcke. Dabei kamen mehr als drei Tonnen Daunen zusammen. Diese wurden professionell recycelt und von Mountain Equipment zur Füllung einer exklusiven Sonderedition der ME Earthrise Jacket verwendet.

Nicht nur das Füllmaterial, sondern auch die Außen- und Innenstoffe der Earthrise Jacket bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Material. Im Vergleich zu einer Jacke mit neu produzierten Daunen wurden dadurch über 2 Kilogramm CO₂-Emissionen eingespart. Außerdem wurde bei der Herstellung rund 80 % weniger Wasser verbraucht.

Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf einer gebrauchten Daunenjacke. In den Globetrotter-Filialen und im Online-Shop findest du eine große Auswahl an hochwertiger 2nd Hand Daunenjacken beliebter Outdoor-Marken.

Invasive Arten: Besonders gefährdet sind abgelegene Bergregionen.

Synthetische Fasern, Wolle oder Kapok: Das sind die Alternativen zu Daunen

Wenn du Jacken mit Daunenfüllung vermeiden möchtest, gibt es mehrere alternative Materialien auf dem Markt. Die meisten Outdoor-Marken verwenden synthetische Fasern als Füllung. Dabei handelt es sich zunehmend um recyceltes Polyester, das in einigen Fällen auch mit anderen Materialien wie Merinowolle gemischt wird.

Eine weitere Alternative ist eine Mischung aus Schurwolle oder Wolle und Polylactid, einer Faser auf Maisbasis. Wie beispielsweise Lavalan, ein atmungsaktives und feuchtigkeitsregulierendes Isoliermaterial aus europäischer Wolle und Polylactid auf Maisbasis.

Einige Outdoor-Marken experimentieren mit neuen Füllmaterialien wie Kapok, auch bekannt als pflanzliche Daunen. Die flauschige Hohlfaser stammt aus den Schoten des Kapokbaums, der in den Tropen weit verbreitet ist. Die US-Outdoor-Marke Marmot hat kürzlich ihre ersten Winterjacken aus einer Mischung aus Kapok und recycelten Daunen vorgestellt.

Unsere Globetrotter-Ausrüstungstipps:

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Text & Fotos: Miriam Ersch-Arnolds


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